Songtext überarbeiten – Durch Fragen zum perfekten Text [06]

Der Feinschliff – 100 lyrische Karat

Beim Songtexte Schreiben ist das sinnvolle Songtext überarbeiten enorm wichtig. In dieser Folge zeigen wir euch, die ihr den Rhythmus perfektionieren könnt, die Struktur überarbeitet und stellen euch Fragen, die ihr direkt auf euren Songtext anwenden könnt. Wir sprechen über verschiedene Aspekte, mit denen ihr den Inhalt, das Gesamtbild, den Rhythmus und die Struktur im Songtext überarbeiten könnt.

Den Songtext überarbeiten

In unseren letzten Folgen habt ihr jede Menge Techniken zum Schreiben des ersten Entwurfs kennengelernt. Außerdem wisst ihr, wie ihr den Text rhythmisch richtig verteilt, wie ihr eure Reime verbessern könnt und wie ihr eurem Text mehr Intensität verleihen könnt, indem ihr unsere NLP-Techniken anwendet.

In dieser Folge soll es nun um die Überarbeitung gehen. Wir geben euch jede Menge Fragen, die ihr euch bezüglich eures Songtexts stellen, und ihn damit verbessern könnt. Diese Fragen haben wir in vier Kategorien geteilt: Struktur, Rhythmus, Inhalt und Gesamtbild. Außerdem erfahrt ihr, wann genau euer Text fertig ist und ihr den Stift beiseite legen könnt.

Struktur

Wie ist der Song aufgebaut?

Spätestens nach eurem ersten Entwurf sollte klar sein, in welcher Reihenfolge die Songabschnitte kommen. Außerdem wisst ihr nun, wie lang eure Strophen und euer Refrain genau sind. Wenn ihr euren Text in der X-Dot-Methode, wie in der ersten Folge erklärt, geschrieben habt, müsst ihr nur die Zeilen zählen, um zu wissen, wie viele Takte jeder Abschnitt lang ist. Ein Beispiel für einen Songablauf wäre:

Songabschnitt Länge
Intro 4 Takte
Refrain 8 Takte
Strophe 1 12 Takte
Bridge 4 Takte
Refrain 8 Takte
Strophe 2 12 Takte
Refrain 8 Takte
Bridge 4 Takte
Refrain 8 Takte
Ourto 8 Takte

Überprüft hier, ob der Songaufbau konsistent ist. Sind alle Strophen gleich lang? Sind die Zeilen der Strophen ähnlich gefüllt, so dass sie ähnlich gesungen werden können?

Kann ich die Spannung durch den Aufbau steigern?

Manchmal steckt man so tief im Texten, dass man den Überblick für die Gesamtwirkung des Songs verliert. Darum fragt euch nun auch: Wird mein Text besser, wenn ich Teile weglasse, hinzufüge oder tausche? Macht es neugieriger, spannender oder Lust auf mehr?

Beispielsweise könnte der Songaufbau von oben spannender werden, wenn zwischen Intro und Strophe 1 noch kein Refrain kommt. Dann könnte sich die Spannung in der ersten Strophe langsam steigern. Es kann aber durchaus sein, dass der Song mit diesem ersten Refrain eingängiger wirkt als ohne. Probiert es aus!

Wie wirken die Songabschnitte miteinander?

Wenn ihr den Refrain einzeln schreibt, kann es sein, dass später im gesamten Song beispielsweise Wortwiederholungen auftreten, wenn der Refrain nun nach der dritten Strophe kommt. Überprüft also unbedingt noch einmal, wie die Songabschnitte in der richtigen Reihenfolge wirken.

Außerdem kann es passieren, dass sich Songabschnitte dann überlagern.Wenn eure Strophe in der letzten Zeile den gesamten Takt ausreizt, euer Refrain aber einige Silben vor dem Grundschlag Eins des nächsten Taktes beginnt, bekommt ihr ein Problem. Dort könntet ihr einen Fülltakt als Pause einbauen und den unter „Spannungssteigerung“ verbuchen, aber nur, wenn die Musik noch veränderbar ist. Andernfalls müsst ihr euren Text notgedrungen anpassen, so dass die Überschneidung nicht mehr auftritt.

Passen die Reime so?

Aus unserer zweiten Folge kennt ihr die Kriterien für saubere und unsaubere Reime. Außerdem sind Doppelreime in Songs meist eingängiger, als kurze Reime.

Fragt euch deshalb bei der Überarbeitung, ob ihr in allen reimenden Zeilen die Reime geschrieben habt, oder vielleicht noch Reime fehlen. Vielleicht wirken einige Reime auch wie Zweckreime, also stehen nur da, damit sich überhaupt etwas reimt. Solche Reime erkennt der Hörer intuitiv, den sie unterbrechen den roten Faden. Überarbeitet solche Reime! Vielleicht findet ihr einen besseren Reim, beispielsweise mit einem Reimlexikon. Andernfalls müsst ihr die Partnerzeile umformulieren, so dass ein neues Wort am Ende steht. Solches Umformulieren ist manchmal ziemlich nervig, lohnt sich aber im Gesamtbild des Songs unglaublich, denn mit dem flüssigen roten Faden steht und fällt ein guter Song.

Rhythmus

4 Grundschläge pro Zeile?

Wenn ihr euren Songtext nach der X-Dot-Methode geschrieben habt, sollte jede Zeile einem Takt entsprechen. Ob ihr das wirklich konsequent umgesetzt habt, könnt ihr herausfinden, indem ihr in jeder Zeile die Punkte und Xe zusammenzählt. Wenn das immer vier sind, dann kann euer Rhythmus wahrscheinlich so funktionieren. Sollten es einmal nicht vier sein, dann versucht, langsam mitzuklopfen und sprecht die Zeile noch einmal auf den Rhythmus – so, dass ihr ihn richtig nachvollziehen und aufschreiben könnt.

Klingt der Rhythmus natürlich?

In der ersten Folge haben wir euch außerdem erklärt, dass im Normalfall maximal vier Silben in einen Grundschlag passen. Überprüft, indem ihr den Text rhythmisch mitsprecht, ob die Silbenverteilung funktioniert. Hört euch an, ob sich der Sprechrhythmus natürlich anhört, so wie ihr ihn aufgeschrieben habt. Wenn etwas komisch klingt, überprüft, ob ihr die betonten Silben der Worte auf die Grundschläge gesetzt habt und korrigiert eventuell.

Passt der Rhythmus zum Tempo?

Das Tempo bleibt in den meisten Songs konstant. In einem schnellen Tempo könnt ihr insgesamt nur weniger Silben in einen Takt packen, als in einem langsamen Tempo. Überprüft deshalb eure Textverteilung, indem ihr den Songtext im Originaltempo mitsprecht. Wenn es Stellen gibt, die zu schnell oder zu langsam klingen, solltet ihr sie verändern.

Passen die Reime rhythmisch?

Reime stehen im Normalfall in zwei Zeilen an der gleichen Stelle im Takt. Sollte das nicht der Fall sein, sollte die Position des Reims zu einem Grundschlag die Gleiche sein, wie in der Partnerzeile. Das könnt ihr ebenfalls mit der X-Dot-Methode einfach überprüfen.

In der zweiten Folge „3, 2, 1… reimt’s?“ hatten wir einige Beispiele zur Position des Reims gezeigt.

Wo gibt es Pausen?

Pausen sind eins der wichtigsten Stilmittel in der Musik. Pausen erzeugen Spannung und Momente zum Hinhören. Außerdem kann der Artist an dieser Stelle bei der Liveperformance Luft holen.

Deshalb solltet ihr in eurem Songtext darauf achten, dass es genug Pausen gibt. Sowohl kleine Pausen in den Takten, an denen die Sätze inhaltlich getrennt werden können, als auch Pausen zwischen den Songbestandteilen, in denen sich der Hörer nur auf die Musik konzentrieren kann.

Bei der Überarbeitung könnt ihr unnötige Inhalte beispielsweise mit Pausen ersetzen. Manchmal wirkt weniger eben doch mehr.

Inhalt

Sage ich irgendwo zu viel oder zu wenig?

In unserer fünften Folge „Dein Lieblingssong – für 7 Mrd. Menschen“ hatten wir euch unter anderem das Meta- und Milton-Modell vorgestellt. Diese waren hilfreich, um eure Szenen und Bilder konkreter, bzw. vager zu beschreiben.

Überprüft euren Songtext, indem ihr die Perspektive vom Produzenten zum Konsumenten verschiebt, ob eure Bilder und Szenen nachvollziehbar sind, oder ob sie an Intensität gewinnen würden, wenn ihr Details weglasst oder hinzufügt. Nutzt das Meta- und Miltonmodell, um diese Passagen anzupassen.

Werden Bilder assoziiert?

Ein guter Songtext lässt Bilder in den Gedanken des Hörers entstehen. Versucht, aus dem Perspektivenwechsel heraus zu beurteilen, ob der Song bei euch Erinnerungen und Bilder assoziiert. Müssten diese Bilder noch genauer beschrieben werden?

Außerdem könnt ihr Freunde bitten, den Songtext zu lesen. Lasst sie hierbei allein und gebt ihnen genügend Zeit dafür. Fragt sie anschließend, ob sie der Text persönlich anspricht und ob sie irgendwelche Erinnerungen mit dem Text in Verbindung gebracht haben. Solche Gespräche geben wichtiges Feedback zu eurem Songtext.

Bleibt mein Faden rot?

Euer Songtext soll wie aus einem Guss sein. Ein starker roter Faden ist eines der Hauptqualitätsmerkmale in Songtexten. Deshalb fragt euch, ob der Ablauf der beschriebenen Bilder und Szenen für euren Hörer logisch ist. Sind die Bilder zueinander konsistent? Wie gehen diese Bilder ineinander über? Auch hier lohnt es sich, Freunde zu fragen, ob sie den Inhalt verstehen können.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, ist das häufig schon ein Zeichen, dass der Zusammenhang nicht stark genug ist. Dann verändert Bilder, tauscht sie aus, oder nehmt ein Bild aus eurem Text heraus und geht dafür auf ein anderes genauer ein.

Solchen Problemen könnt ihr aus dem Weg gehen, wenn ihr euren ersten Entwurf bereits am Stück geschrieben habt und dort bereits alle notwendigen Bilder vorkommen. Das erreicht ihr, indem ihr mit der richtigen Einstellung in Trance schreibt, so, wie wir es in der dritten Folge „Fließbandtexten“ beschrieben haben.

Spreche ich alle an?

Aus unserer fünften Folge kennt ihr die Repräsentationssysteme. Für uns persönlich ist das häufige Springen zwischen den Sinnen ein wichtiges Qualitätsmerkmal für Songtexte. Überprüft, indem ihr die visuellen, auditiven und kinästhetischen Wörter bunt markiert, ob ihr diese drei Repräsentationssysteme ausreichend bedient.

Es lohnt sich, „leere“, also unbunte Zeilen zu überarbeiten und mit Sinnen anzureichern, damit wird jede Zeile realer. Ihr könnt Listen anlegen mit NLP-Wörtern, die zu eurem Thema und Inhalt passen. In solchen leeren Zeilen lässt sich so viel leichter ein Wort ersetzen oder ergänzen.

Verwende ich starke Worte?

Ähnlich verhält es sich mit der Verwendung von Starken Wörtern. Fragt euch wieder aus der Konsumentenperspektive – welche Assoziationen löst das Wortmaterial aus? Könnt ihr Starke Wörter hinzufügen, die noch mehr Gefühle auslösen und den Songtext intensiver machen?

Verwende ich Plattitüden?

Der Vorteil von Plattitüden ist, dass sie dem Hörer bekannt sind, und somit bekannte Assoziationen wecken. Häufig ist der Hörer aber auch gelangweilt von bereits bekannten Wortgruppen und sehnt sich nach kreativem und neuem Input.

Ein schöner Umgang ist deshalb, mit Plattitüden zu spielen. Indem ihr sie leicht verändert, oder in einen neuen Kontext setzt, könnt ihr einen Überraschungseffekt hinzufügen. Dieser macht die langweilige Plattitüde zu einem witzigen und kreativen Erlebnis des Hörers.

Beispielsweise könntet ihr Plattitüden so umformen:

„Wer den Pfennig nicht ehr, ist die Mark nicht wert.“ wird zu:
„Wer den Pfennig nicht ehrt muss nur noch Scheine zählen.“

„auf taube Ohren stoßen“ wird zu:
„auf blinde Augen stoßen“

Behalte ich die Perspektive und Zeitform?

Bleibt ihr konsistent in der Perspektive eures Songs? Wenn ihr in einer Strophe aus der Ich-Perspektive schreibt, ist es eigenartig, wenn die zweite Strophe aus der Wir- oder Du-Perspektive erzählt. Dieser Wechsel kann als Stilmittel durchaus funktionieren, aber keinesfalls unabsichtlich.

Das Gleiche gilt für die Zeitform. Ihr solltet nicht zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und herspringen, das verwirrt nur. Überprüft euren Song auf die konsistene Zeitform der Verben.

Gesamtbild

Welche Gefühle löst der Song aus?

Es ist schwer, seinen eigenen Song objektiv zu beurteilen. Deshalb ist das direkte Feedback von Freunden oder Testlesern wichtig bei der Songentstehung. Mit ihrer Hilfe könnt ihr herausfinden, ob euer Song die Gefühle auslöst, die er auslösen soll. Überprüft, ob diese Gefühle zu eurem Thema passen.

Fall nicht, könnt ihr einen neuen Inhalt zu eurem Thema generieren, der das Gefühl vielleicht besser transportiert. Wie das geht, habt ihr in der vierten Folge „Wie Bilder Worte werden“ gelernt.

Fragt euch außerdem, ob euch der Text persönlich mitreißt. Wenn nicht, warum nicht? Was könnte den Text spannender machen?

Passt mein Text zur Musik?

Text und Musik werden einzeln geschrieben, sollen sich aber optimal ineinander einfügen. Das ist ein schwieriges Problem bei der Songentstehung. Hinterfragt das für euch und bei Freunden, ob die Gefühle, die Text und Musik auslösen, optimal zueinander passen. Funktioniert der Sprechrhythmus mit dem Rhythmus in der Musik? Hilft die Musik dabei, die verwendeten Bilder entstehen zu lassen?

Im Zweifelsfall könnt ihr den Song auch erst fertig recorden und produzieren lassen, dann wird endgültig deutlich, ob beides zusammenpasst. Vielleicht ist euer Text ja gut, obwohl er nicht zur Musik passt. In diesem Fall könnt ihr ihn vielleicht später noch einmal verwenden, aber müsst für den aktuellen Song einen neuen Text schreiben. Schwamm drüber, das passiert auch den Profis!

Klingt der Text flüssig?

Zum Klangbild des Songs trägt der Text enorm viel bei. Es ist nicht nur der Inhalt der Wörter, der daran seinen Anteil hat, sondern auch, wie die Wörter ausgesprochen klingen. Die Phonetik im Englischen ist beispielsweise flüssiger als im Deutschen. Dennoch findet man auch für deutsche Texte wunderschön flüssig klingende Worte.

Besonders im Refrain solltet ihr darauf achten, dass euch beispielsweise eine Reihe hart klingender Konsonanten nicht das zarte Klangbild eures Lovesongs kaputt macht.

Wird die Aussage deutlich?

Manchmal entstehen unglaublich tolle Metaphern und Songinhalte, in die man sich als Songwriter so verliebt, dass man dabei bleibt. Schade ist nur, wenn die Metapher so schwierig ist, dass der Hörer sie nicht versteht. Wenn das Thema und das richtige Gefühl nicht wahrgenommen werden kann, verliert der ganze Songtext seinen Sinn.

Deshalb fragt euch, ob die Kernaussage nach 2-3 Mal hören zu verstehen ist. Denkt daran, dass der Hörer andere Assoziationen haben wird, als ihr sie bei der Metapher hattet. Wenn euer Inhalt zu schwer zu verstehen ist, dann solltet ihr ihn überarbeiten. Keep it simple.

Passt der Text zum Interpreten?

Egal, ob ihr den Song selbst singt, oder für einen anderen Interpreten geschrieben habt, der Song sollte zur Person passen. Jeder Interpret hat ein Image, eine Stimme und Themen, die er bisher in Songs behandelt hat. Dort soll sich euer Song einfügen. Er sollte das Gesamtbild bestärken, statt den Interpreten von Grund auf neu zu erfinden.

Alles andere würde der Authentizität des Interpreten schaden. Doch die Hörer wollen ihn „kennen“, wollen sich mit ihm identifizieren und seinen Aussagen vertrauen.

Das heißt nicht, dass ihr nicht experimentieren könnt. Nur sollten diese Experimente besser am Horizont des Interpreten stattfinden.

Gefällt dem Interpreten der Text?

Zusätzlich ist wichtig, ob sich der Interpret selbst mit dem Text identifizieren kann. Nur dann kann er oder sie den Text authentisch singen. Vielleicht braucht der Interpret auch ein wenig Zeit, um den Text selbst zu verinnerlichen. Ihr als Writer habt euch stundenlang mit dem Thema auseinandergesetzt, deshalb gebt dem Interpreten auch die Zeit, sich in den Text einzufühlen oder erklärt ihm den Text.

Wann ist mein Text fertig?

Diese Frage ist die Wichtigste der gesamten Überarbeitung. Die Antwort darauf findet ihr, wenn ihr mindestens zwei dieser drei Fragen mit „ja“ beantworten könnt:

  1. Bin ich selbst mit dem Text zufrieden?
  2. Habe ich alle gesagt, was ich zu diesem Thema sagen will?
  3. Sagt mein Bauchgefühl, dass der Text fertig ist?

Wenn mindestens zwei Antworten „ja“ sind, dann könnt ihr den Stift weglegen. Herzlichen Glückwunsch zum fertigen Song!

Übung
Übung: Nehmt euch einen bestehenden Text her, beispielsweise aus unseren letzten Übungen, und wendet die Fragen dieser Folge auf euren Text an. Schleift so lange an eurem Text, bis ihr glaubt, dass er fertig ist.

Einreißen, Neubauen

Manchmal kann man wochenlang an einem Text arbeiten und er wird einfach nicht zufriedenstellend. Solche Situationen können frustrierend sein. Vielleicht hat man selbst noch nicht die richtige Einstellung zum Thema gefunden, der Inhalt will sich nicht richtig entfalten oder man bleibt bei Formulierungen hängen.

In diesen Fällen greift eine der wichtigsten Lektionen, die wir in unseren Songwritererfahrungen gelernt haben: Einreißen, Neubauen.

Das heißt: Alles bisher dazu Geschriebene muss weg, damit ihr von Grund auf neu anfangen könnt. Das ist eine schwierige Aufgabe, da zu diesem Zeitpunkt schon viel Arbeit und Zeit in dem Text steckt. Aber das Trennen ist wichtig, damit etwas neues und besseres entstehen kann.

Deshalb räumt euren Text weit weg, in einen Ordner im Schrank im Nachbarzimmer und beginn von Null auf neu.

Vielleicht habt ihr noch einzelne Zeilen im Kopf, die sich später wieder aufgreifen lassen, aber zuerst muss der Abstand zum alten Text her, damit es Raum gibt für neue Ideen. Auch mal eine Nacht darüber schlafen kann eine völlig neue Perspektive eröffnen.

Diese Methode funktioniert auch mit einzelnen Songabschnitten. Wenn beispielsweise euer Refrain einfach nicht catchy genug wird, dann lasst ihn verschwinden!

Macht nach dem Einreißen am besten die Übungen aus der dritten Folge – Erden, Visualisieren und Freie Assoziation – und beginnt dann ruhig und entspannt mit dem Neubauen. Ich habe selten erlebt, dass ein nächster Versuch schlechter wurde, als der Vorherige. Und wenn doch, dann kann das Einreißen und Neubauen jederzeit wiederholt werden. Ein befreiendes und erleichterndes Gefühl!

Damit ist unsere Serie beendet. Wir hatte riesig viel Spaß dabei, die Lektionen vorzubereiten, die Videos zu drehen und den Blog zu schreiben. Es war auch viel Arbeit, die sich aber hoffentlich gelohnt hat. Deshalb würden wir uns freuen, wenn ihr uns helft, diese Serie bekannter zu machen. Wenn ihr also Freunde habt, die auch schon immer mal einen Songtext schreiben wollten, dann schickt ihnen doch mal diesen Link:

http://www.paul-marx-media.de/songtexten/

Außerdem könnt ihr uns, wenn wir euch wirklich beim Schreiben helfen konnten und ihr Freude an unserem Projekt hattet, gern mit einer kleinen Spende unterstützen, um Projekte wie dieses auch in der Zukunft zu ermöglichen. Den Link dazu findet ihr rechts unten auf dieser Seite.

Aber jetzt – ran ans Papier und schreibt euren nächsten Songtext! Ihr könnt mir eure Ergebnisse gern an paul.marx.media@gmail.com schicken, ich schaue gern mal drüber.

Wir wünschen euch alles Gute beim Schreiben eurer Songtexte und wir hoffen, irgendwann von euch zu hören!

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