PlugIns – Instrumente & Effekte

Ich werde häufig gefragt, welche PlugIns ich verwende. Auf dieser Seite gebe ich euch Tipps und Empfehlungen zu Instrumenten und Audioeffekten, mit denen ich selbst arbeite. Hierbei versuche ich auch preisgünstige Möglichkeiten aufzuzeigen, da das Geld zu Beginn einer Produzenten-Karriere meist nicht besonders reichlich ist. Hier gibt es meine Empfehlungen zu:

Ich habe durch meine PlugIns versucht, die bestehenden, integrierten PlugIns meiner DAW Cubase Pro 8.5 so zu erweitern, dass ich allgemein in den Genre Rap, Pop, Rock, elektronischer Musik, Kinderlieder und Filmmusik gute Ergebnisse erzielen kann. Wer sich hingegen auf ein besonderes Genre spezialisiert, benötigt gegebenenfalls nicht so ein breites Spektrum an PlugIns, kann dafür aber mehr Geld in PlugIns investieren, die für sein Genre gemacht sind.

Instrument-PlugIns

Instrument-PlugIns sind Quellen für Audiosignale – meist durch Samples oder durch Synthese. Cubase selbst bringt einige Instrument-PlugIns mit. Halion Sonic, Groove Agent und Prologue gibt es bereits in Cubase Elements – Halion Sonic birgt zahlreiche Instrumentenpresets. Groove Agent ist ein guter Sampler und Prologue als Synthesizer macht diese Grundausstattung komplett. In Cubase Artist und Cubase Pro kommen noch einige weitere hinzu: Retrologue, Padshop, LoopMash, Spector und Mystic. Mit diesen Instrumenten lassen sich tolle Tracks produzieren und viele Genres umsetzen.

Dennoch habe ich mir Native Instruments Komplete 10 Ultimate gekauft. Eine so vielseitige, gut klingende und umfangreiche Sammlung von Instrumenten und Effekten, dass sie die Möglichkeiten der Instrumente, die in Cubase enthalten sind, weit übersteigen. Etwa 80 % der Instrument-PlugIns meiner Produktionen kommen aus Komplete Ultimate. Im Vergleich zu den Einzelpreisen der enthaltenen PlugIns sind die Pakete Komplete und Komplete Ultimate echte Schnäppchen. Aus diesem Grund mein Tipp: Kauft euch das Paket, es enthält meiner Meinung nach Inspiration für viele, viele Jahre. Im Folgenden stelle ich meine Lieblings-Instrumente aus der Komplete-Serie vor – sowie andere Instrumente, mit denen ich meine Sammlung ergänzt habe.

NI Battery

Drum Sampler: Battery 4

Battery 4 ist für mich eine der besten Drum-Sample-Sammlungen aktuell. Die Samples sind von Beginn an so fett, dass ich im Mix viel weniger tun muss, um sie nach vorn zu bringen. Die Samples sind leicht zu finden und die Belegung der Pads echt intuitiv. Über einige Tabs hat man die Möglichkeit, die Samples noch einzeln zu editieren und jede Menge Effekte und Modulationen darauf packen zu können. Damit kann ein großer Teil des Sound-Designs im PlugIn erfolgen. Battery 4 ist der wichtigste Drum-Sampler für mich und bereits in Komplete 10 enthalten!

Polyplex

Drum Sampler: Polyplex

Besonders Kickdrums und Snares layere ich in fast jedem Projekt. Polyplex macht das sehr leicht. Es gibt 8 Pads, auf die sich jeweils 4 Samples legen lassen. Das Beste: Die meisten Parameter im PlugIn lassen sich per Zufall generieren – so kann ich mir geniale Drumkits einfach zusammenwürfeln. Die Samples lassen sich ebenfalls in vielen Aspekten editieren. In der Oberfläche fand ich Polyplex zu Beginn etwas unübersichtlich, aber das Einarbeiten lohnt sich! Diese Kreativbox ist ebenfalls in Komplete dabei.

NI Kontakt

Sampler: Kontakt 5

Kontakt ist für mich der umfangreichste Sampler schlechthin. Die Library ist gigantisch und lässt sich bei vielen Herstellern noch erweitern. Bereits in Komplete finden sich geniale Drums, Bässe, Pianos, Synthesizer, Streicher und vieles mehr. Komplete Ultimate setzt mit Cinematic-Instrumenten wie beispielsweise Rise&Hit und Action Strikes noch eins drauf. Am häufigsten nutze ich Rise&Hit, Damage, Studio Drummer, Action Strings, Scarbee MM-Bass, Vintage Keys und Grandeur. Das Beste an Kontakt ist, dass es sehr leicht ist, eigene Samples in ein Instrument zu laden – und es mit den ausgefeilten Pitch-Timestretch-Algorithmen mit wenigen Klicks auf die ganze Klaviatur tunen zu können. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt!

NI Massive

Synthesizer: Massive

Massive ist schon lange als ultimativer Synth für Lead- und Basssounds bekannt – und in endlos vielen Produktionen enthalten. Aufgrund der fast unendlichen Modulationsmöglichkeiten lassen sich diesem Synthesizer dennoch immer wieder neue Sounds entlocken. Ich nutze ihn fast in jeder elektronischen Produktion und auch sehr gern im Sound-Design. Hier baue ich Gun-Sounds mit Massive und hier einen Dubstep-Bass. Massive hat drei Oszillatoren mit zahlreichen Wellenformen, einen Modulations-Oszillator und einen Noise-Oszillator als Quellen. Darüber hinaus gibt es zwei Filter mit jeder Menge Filterformen, vier LFOs, vier Envelopes, vier Insert-Effekte und einen EQ. Die Massive-Preset-Library gefällt mir im Urzustand nicht ganz so gut. Dort lohnt es sich meiner Meinung nach, Presets zuzukaufen oder selbst zu designen. Dennoch ist Massive relativ leicht zu bedienen und überschaubar aufgebaut. Meiner Meinung nach ein Muss bei Elektroproduktionen!

Cakewalk Z3TA+ 2

Synthesizer: Z3TA+2

Ich nutze Z3TA bereits seit Version 1 und war schon damals von den vielen tollen Presets und den Modulationsmöglichkeiten begeistert. Besonders für Leads und Bässe nutze ich Z3TA regelmäßig. In Version 2 sind jede Menge spannende 8-Bit-Sounds in der Preset-Library enthalten. Mich inspiriert die Library oft zu neuen Produktionen und Beats, da die Presets ein weites Spektrum abdecken und viele ganz individuelle Sounds enthalten sind. Echt ein cooler Synth!

Steinberg Padshop Pro

Steinberg Absolute VST Collection

Darin enthalten sind: HALion Sonic in der Vollversion, Padshop Pro, Retrologue, Hypnotic Dance, Triebwerk und Dark Planet. Mit dieser Collection lässt sich Cubase noch einmal richtig aufrüsten. Halion Sonic hat in der Vollversion einige tausend Presets für die Instrumente und jede Menge Modulationsmöglichkeiten. Damit lassen sich viele Genres sehr gut produzieren. Auch ein Update zu Padshop Pro lohnt sich – aus den eigenen Samples Pads zu zaubern gibt ungeahnte Möglichkeiten im Sound Design. Dark Planet enthält sehr dunkle, tiefe Sounds, Loops, Leads und Bässe für kreative Produktionen und experimentellen Sound. Für mich ist die Absolute Collection eine große Quelle für Inspiration und Ideen.

Effekt-PlugIns

Sobald das PlugIn selbst keine Quelle für Audiomaterial ist, sondern selbiges zeitlich oder im Frequenzspektrum verändert, spricht man von einem Effekt. In Cubase kann ich Effekte beispielsweise auf Audio- und Instrumentenspuren legen, um das vorhandene Material zu beeinflussen.

Bereits beim Beatmaking kann ich mit Effekten sehr interessante Sounds gestalten und sie auf kreative Weise einsetzen. Dafür verwende ich sehr oft folgende Effekte, die in Cubase Pro und Cubase Artist vorhanden sind: Quadrafuzz 2, LoopMash FX und Revelation. Außerdem folgende Effekte, die in Cubase Pro, Cubase Artist und Cubase Elements enthalten sind: PitchCorrect, Tremolo, Vibrato und AutoPan.

Beim Mix und Mastering verwende ich Effekte hingegen für den Sound der Spuren. Dafür bringt Cubase viele sehr nützliche Audioeffekte mit. Die für mich wichtigsten sind folgende, die in Cubase Pro, Cubase Artist und Cubase Elements enthalten sind: Channel-EQ/Studio EQ, DualFilter, Brickwall Limiter, Compressor, Vintage Compressor, Tube Compressor, Maximizer, PingPongDelay, StereoEnhancer, PitchCorrect, VariAudio. Außerdem diese, die in Cubase Pro und Cubase Artist enthalten sind: Magneto 2, DeEsser, Quadrafuzz 2 und REVelation. Folgende Effekte gibt es leider nur in Cubase Pro: Voxengo Curve EQ, MultibandCompressor, Multiband EnvelopeShaper und REVerence.

Mit dieser Sammlung lassen sich in Cubase bereits ohne zugekaufte Effekte sehr solide Mixe erstellen. Jedoch bin ich mit der Zeit im Mastering an Grenzen gestoßen. Ich konnte bei sehr lauten Produktionen in der Qualität damit nicht ganz mithalten. Auch im Mix von Low-End und Vocals wurde es damit mit der Zeit schwierig. Aus diesem Grund möchte ich zu folgenden Effekten zusätzliche Empfehlungen geben, die für mich eine wunderbare Erweiterung der Cubase-Effekte darstellen: EQ’s, Kompressoren, Maximizer und Delays.

Fabfilter Pro-Q 2

EQ: Fabfilter Pro-Q 2

Der Pro-Q 2 ist für mich der Allrounder unter den EQ’s. Unzählige Features stecken in diesem PlugIn und geben mir die Möglichkeit, das Frequenzspektrum exakt so zu formen, wie ich möchte. Der Pro-Q 2 hat bis zu 24 parametrische Bänder! In jedem dieser Bänder hat die Güte eine sehr hohe Range – ich kann sehr schmale Frequenzen herausfiltern oder fast das gesamte Spektrum mit einer Glocke anheben. Auch die Low- und High-Cuts können extrem steil eingestellt werden. Dazu gibt es eine Klaviatur am unteren Rand des PlugIns, bei der ich die Tönhöhe meiner Bänder sehen kann. Außerdem verfügt das PlugIn über verschiedene Phasing-Moden: Zero Latency, Natural Phase und Linear Phase. Letzteres wird vor allem beim Mastering wichtig – beispielsweise wenn ich mein Signal MS trenne. Damit ist der Pro-Q 2 wirklich überall einsetzbar – ein genialer EQ von Fabfilter!

PuigTec EQ

EQ: Waves PuigTec EQ’s

Die PuigTec EQ’s sind der virtuelle Nachbau der legendären Pultec Hardware EQ’s. Ich verwende sie gern, um wichtigen Spuren im Mix einen analogen Touch zu geben. Beispielsweise eignen sie sich wunderbar für meine Vocal-Signalketten, um in den tiefen Mitten die ersten Harmonischen zu betonen. Mit den PuigTec EQ’s lassen sich die gleichen Frequenzen gleichzeitig anheben und absenken, wodurch ein spannender Resonanz-Shelf-Effekt zustande kommt. Toller EQ für Analogsound!

NI Supercharger GT

Kompressor: Supercharger GT

Der Supercharger ist mein Favorit beim hervorheben von Instrumenten oder Vocals. Durch die Röhrenkompression wird es möglich, dem Signal viele Obertöne hinzuzufügen, die es im Mix weit nach vorn bringen. Auch im Mastering kann ein Track oft noch etwas Saturation vertragen – dafür ist der Supercharger perfekt geeignet. Durch den Wet-Dry-Mix lässt sich der Anteil der Kompression stets gut einstellen, sodass der Sound des Röhrenkompressors nicht verändert wird, aber zugemischt werden kann. Supercharger GT ist in Komplete Ultimate enthalten. Der kleine Bruder Supercharger in Komplete – der selbst auch schon sehr leistungsfähig ist.

Waves C6

Kompressor: Waves C6

Der C6 ist ein 6-Band Multibandkompressor mit Sidechainfunktion. Für das Mastering wunderbar geeignet und sehr intuitiv aufgebaut. Es gibt auf der linken Seite globale Regler für Threshold, Gain etc., somit kann die Gesamtkompression für alle Bänder gleichzeitig sehr leicht angepasst werden. Der C6 arbeitet sehr präzise. Es lassen sich einzelne Frequenzen sehr deutlich herausarbeiten oder auch dämpfen. Ein toller Kompressor für den Drum-Bus oder das Mastering!

NI VC 160

Kompressor: VC 160

Diese Analog-Emulation von Native Instruments und Softube ist Teil der Vintage Kompressor-Serie. Ich selbst nutze den VC 160 daraus am häufigsten, da er sich wunderbar für Parallelkompression auf Kickdrums eignet. Durch den VC 160 bekommen die Kicks einen schmatzenden Attack, während die Bässe richtig dicht werden und weit nach vorn kommen. Das gibt einen fetten Sound in HipHop bis Elektro. Die Vintage Kompressor-Serie ist leider nur in Komplete Ultimate enthalten.

Fabfilter Pro-MB

Kompressor: Fabfilter Pro-MB

Der Pro-MB ist ein Multibandkompressor mit bis zu sechs Bändern. Auch er verfügt über eine Sidechainfunktion und hat die Möglichkeit, in drei verschiedenen Phasenmodi zu arbeiten: Linear Phase, Dynamic Phase und Minimum Phase. Somit eignet sich der Pro-MB auch wunderbar für Parallelkompression – beispielsweise im Mastering. Genau dafür verwende ich den Pro-MB am häufigsten. Das Resultat kann damit sehr laut werden und trotzdem dynamisch bleiben. Für diese Anwendung der beste Multibandkompressor den ich kenne!

Waves RVox

Kompressor: Waves RVox

Einfacher kann ein Kompressor kaum aufgebaut sein – und dennoch, was der RVox aus Stimmen herausholt, kann ihm wohl kaum ein anderer Kompressor streitig machen. Ich verwende den RVox in fast allen Vocal-Effektketten und bekomme allein durch den Comp-Regler ein sehr dichtes, aber klares Signal. Einfach, aber gut!

Waves DeEsser

DeEsser: Waves DeEsser

Mit dem Waves DeEsser beginne ich häufig beim Mischen von Vocals. Zuerst finde ich die S-Frequenz, stell sie im PlugIn ein – und muss anschließend nur den Threshold herunterziehen. Einfach und sehr wirksam. Bei sehr lauten Vocals benötige ich oft mehr als einen DeEsser in der Effektkette – hier ergänzen sich der Waves DeEsser und der Waves RDeEsser wunderbar.

Waves RDeEsser

DeEsser: Waves RDeEsser

Der RDeEsser ist etwas komplexer als der DeEsser von Waves. Er lässt sich in zwei Modi betreiben: Split und WideBand. Mit dem WideBand-Modus wird das gesamte Frequenzspektrum abgedämpft, sobald die Zischfrequenz den Threshold überschreitet. Das funktioniert besonders gut bei sehr lauten Vocals, wenn der Splitmodus zu stark in das Signal streut. Durch das Zusammenspiel aus Range und Threshold wird es möglich, die Zischschwelle unabhängig von der Abdämpfung einzustellen. Das macht den RDeEsser für mich zu einem der besten DeEsser am Markt. Selbst im Mastering lässt er sich problemlos einsetzen.

Waves L2

Maximizer: Waves L2

Mit dem L2 lässt sich jedes Signal hervorheben und sehr stark verdichten. Ich verwende den L2 sehr häufig. Auf Drumsounds wie Snare, Clap oder Crash bringt der L2 viel Brillianz. Auch auf Vocals lässt sich damit stets noch ein ganzes Stück Präsenz herausholen. Im Mastering ist dieser Maximizer eine echte Waffe – vor allem zusammen mit dem L3-16. Der L2 bringt die Energie an den richtigen Stellen im Mix. Dabei klingt der Sound sehr klar, selbst bei höher Lautheit. Und es gibt die Möglichkeit, das Signal im Ausgang dithern zu lassen – besonders am Ende der Masteringkette.

Waves L3-16

Maximizer: Waves L3-16

Der Waves L3-16 ist für mich das allerwichtigste Masteringtool. Mit diesem PlugIn kann ich den Track unglaublich laut machen, ohne das er pumpt oder an Klarheit verliert. Dafür gibt es im Frequenzspektrum zwei Linien: Die blaue Linie funktioniert wie ein EQ, während die gelbe Linie die Priorität der betreffenden Frequenz in der Kompression anzeigt. Wenn also beispielsweise meine Kickdrum in die Kompression streut – und andere Frequenzbereiche zu pumpen beginnen, dann muss ich nur die gelbe Linie in den Bässen absenken – und das Pumpen ist vorbei. Mit dem L3-16 lassen sich super einfach Komponenten hervorheben – beispielsweise die Vocals. Die Bedienung wird nach ein paar Probeläufen zum Kinderspiel. Für diese geniale Technologie hat der L3-16 auch einen recht stolzen Preis, der sich aber definitiv lohnt!

NI Replika

Delay: NI Replika

Seit Native Instruments Replika released hat, verwende ich kaum noch ein anderes Delay. Im Wide-Modus klingt dieses Delay so breit und voll, wie ich es sonst noch nicht gehört habe. Trotz seiner sehr übersichtlichen Gestaltung verfügt Replika über einzigartige Möglichkeiten. Die drei verschiedenen Delay-Modi Modern, Vintage Digital und Diffusion geben viele Möglichkeiten im Sound-Design. Zusätzlich kann das Delay-Signal mit einem Phaser oder Filter moduliert werden, was einen sehr spannenden Hintergrund für Vocals oder Instrumente bietet. Unbedingt zu empfehlen! Replika ist in Komplete Ultimate enthalten.

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